Ausflug nach Mainz und Bad Kreuznach

Der Jahresausflug als Busreise sollte dieses Mal nach Mainz und zur Besichtigung des Medienstandortes ZDF führen. Maximal 25 Personen konnten zu einer Besichtigung des ZDF angemeldet werden. Die optimistische Vorstellung mehr als 30 Personen von der VACC und den eingeladenen AHSC zu begeistern führte zu einem zweiten Angebot mit Besichtigung römischer Mosaiken in Bad Kreuznach.

In Mainz angekommen steuerten wir gleich die Kirche St. Stephan an, deren Ursprünge aus dem 10. Jhdt. stammen. Sie ist eine dreischiffige gotische Hallenkirche, die nach der Zerstörung im Krieg wieder aufgebaut wurde. Im Rahmen der Erneuerung hatte es der Pfarrer der Kirche, Klaus Mayer, mit dem Gedanken an die Versöhnung zwischen Deutschen und Juden geschafft, Marc Chagall für die Gestaltung der inzwischen weltberühmten Kirchenfenster zu gewinnen. Von 1978 bis 1985 wurden von Chagall in seiner Werkstatt insgesamt 9 Fenster in leuchtenden Blautönen mit Engeln und biblischen Gestalten gefertigt und in die Kirche eingebaut. Chagall starb 1985 im Alter von 98 Jahren.

Nach Besichtigung dieser einzigen deutschen Kirche, für die der jüdische Künstler Chagall Fenster schuf, machten wir einen Rundgang durch die Altstadt. Der Blick auf viele sehenswerte Gebäude war versperrt durch Zelte und Bühnenaufbauten, die bereits aufgestellt waren für die bevorstehenden Feierlichkeiten zum 03. Oktober. Rheinland-Pfalz mit dem Vorsitz im Bundesrat war Ausrichter der Hauptveranstaltung des Tages der Deutschen Einheit. Vorbei am Fastnachtsbrunnen mit 200 bronzenen Figuren und dem Gutenberg-Denkmal von 1837 – Johannes Gutenberg gilt als der größte Sohn der Stadt - gelangten wir unter der sicheren Führung des Ehepaares Verse zum belebten Marktplatz. In der Mitte des Marktplatzes wurde 1975 aus Anlass des 1000-jährigen Domjubiläums die „Heunensäule“ errichtet, ein mächtiger Sandstein-Monolith, mindestens 1000 Jahre alt und gestiftet von der Stadt Miltenberg. In den Martinsdom wurden wir leider nicht hinein gelassen, da der Dom im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten aus Sicherheitsgründen bereits gesperrt war. Folglich konnten wir nur noch einkehren in ein typisches Mainzer Lokal zum mittäglichen Weck, Worscht und Woi.

Wohl gestärkt fuhren wir mit unserem Bus auf einen Bergrücken an den Stadtrand von Mainz zum ZDF-Sendezentrum im Mainzer Stadtteil Lerchenberg. Dort erwartete uns schon die Führerin in der großen Empfangshalle des ZDF-Hochhauses. Anhand eines Modells wurden uns die Ausmaße und die verschiedenen Bauphasen dieses quasi neu entstandenen Stadtteils seit 1967 erläutert. 1970 wurde das Redaktions- und Verwaltungsgebäude errichtet. Stetige Anpassungen an den Bedarf machten im Lauf der Jahre zahlreiche Bauphasen erforderlich jeweils mit Architekturwettbewerben. Wir durften in Studios und Technikräume eintreten. Dabei erfuhren wir, dass Studios für mehrere Sendungen fungieren. Es werden jeweils die Requisiten und Bühnenaufbauten verändert, z.B. für die Sendung ZDF spezial. Die Nachrichtenstudios blieben uns verschlossen. Ein Regieraum mit mindestens 30 – 40 Bildschirmplätzen für die Zusammenstellung einer Sendung war besonders beeindruckend. Das Sportstudio konnten wir in natura erleben allerdings ohne Sendebetrieb. Die Programme von 3sat und Arte sind im Sendezentrum 2 beherbergt. Zum Schluss gelangten wir ins Freigelände zum ZDF-Fernsehgarten, hier können bei der sonntäglichen Sendung bis zu 4000 Besucher live dabei sein. Glücklicherweise saßen wir für die Erläuterungen überdacht, sonst hätten wir an diesem Tag wahrlich im Regen gestanden und gesessen.

Auf dem Gelände des ZDF sind an verschiedenen Orten Kunstwerke installiert. Aufgefallen ist mir der „Platz der Köpfe“ von 1982/83 des Karlsruher Künstlers Horst Antes.

Sieben Ausflugsteilnehmer waren während der Führung durch das ZDF-Gelände weitergefahren nach Bad Kreuznach. In der Römerhalle bot sich der prächtige Anblick auf zwei große römische Mosaike aus der Zeit um 250 n.Chr., die in der Nähe geborgen worden waren und unter dem Dach der Römerhalle fachgerecht dargeboten wurden. Die ausgezeichneten Erläuterungen unserer Führerin, die auch einen Blick auf das Leben der Römer zu jener Zeit mit Bautechnik und Wohnkomfort gaben, machten diesen Abstecher nach Bad Kreuznach zu einem Erlebnis.

Die getrennten Besichtigungsgruppen fanden im Bus wieder zusammen, und wir fuhren gemeinsam weiter in die Südpfalz zur geplanten Vesper. In der Gaststube „Stichelfritz“ in Schweigen in unmittelbarer Nähe zum Deutschen Weintor erlebten wir einen harmonischen Ausklang des Tages bei wunderbarem Essen und einem echten Pfälzer Schoppen, wer sich das wünschte. Die meisten Teilnehmer von AHSC und der VACC kannten sich bereits gut von anderen gemeinsamen Veranstaltungen, sodass der Gesprächsstoff nicht ausging. Etwas ermüdet und trotzdem in guter Stimmung verabschiedeten wir uns herzlich voneinander nach einer verspäteten Rückkehr zum Karlsruher Hauptbahnhof.